Brauchst du überhaupt eine Coverlock?
Eine Coverlock ist das dritte Gerät im Nähzimmer, nach Nähmaschine und meist auch nach der Overlock. Sie macht genau eine Sache, die aber sehr gut: elastische, saubere Säume und Ziernähte auf dehnbaren Stoffen. Wer regelmäßig Shirts, Leggings oder Kinderkleidung aus Jersey näht, spart viel Zeit und bekommt ein deutlich professionelleres Ergebnis als mit der Zwillingsnadel.
Wer dagegen hauptsächlich Webware, Taschen oder Deko näht, braucht keine. Und wer noch keine Overlock hat, sollte meist mit ihr anfangen: Sie wird im Alltag öfter gebraucht. Dazu unser Ratgeber Overlock für Einsteiger.
Die 7 wichtigsten Kriterien
Reine Cover oder Kombimaschine
Kombimaschinen können Overlock und Cover, brauchen aber einen Umbau: anfangs bis zu 30 Minuten, mit Übung etwa 5. In Nähforen raten viele zu zwei getrennten Geräten, weil Kombis weniger wendig sind und sich schneller verstellen. Eine Kombi spart dafür Platz und den Preis eines zweiten Geräts.
Drei Nadeln, zwei Breiten
Mit drei Nadeln nähst du schmal (etwa 3 mm), breit (etwa 6 mm) und den dreifachen Coverstich. Alle Modelle hier können das. Ziernähte auch auf der Oberseite (Top-Cover) bietet nur eines.
Differentialtransport
Wie bei der Overlock verhindert er Wellen im Jersey. Praktisch ist, wenn er sich während des Nähens verstellen lässt.
Freiarm und Durchlass
Für Ärmel, Bündchen und Kinderkleidung ist ein Freiarm Gold wert. Auch der Platz rechts der Nadel unterscheidet sich je nach Modell deutlich.
Einfädeln
Farbige Fadenwege und eine Einfädelhilfe für den Greifer erleichtern den Einstieg. Lufteinfädelung gibt es bei Coverlocks in dieser Preisklasse kaum.
Fadenspannung und Nahtende
Coverlocks gelten in Foren als „zickige Diven“: Fehlstiche an dicken Quernähten sind ein häufiges Thema. Hilfreich ist eine automatische Spannungslösung. Auch das saubere Ausketteln am Nahtende klappt nicht bei jedem Modell gleich gut.
Probenähen und Service
Wenn möglich, vor dem Kauf beim Fachhändler testen oder ausleihen. Die Garantie reicht von 3 Jahren (Brother) über 5 Jahre (Janome) bis zur Regelung über den Händler (bernette).
4 Modelle im Überblick
Ausgewählt nach den Kriterien oben, auf Basis der Herstellerdaten und Erfahrungsberichten aus der Näh-Community. Die Reihenfolge ist keine Rangliste.
Reine Cover · großer Differentialbereich
Janome CoverPro 2000CPX
Eine reine Covermaschine mit besonders großem Bereich für den Differentialtransport und einer Feinregulierung der Greiferfadenspannung für feine Stoffe. Kunden loben laut Bewertungsportalen Laufruhe und Verarbeitung.
- Stiche
- 3-Faden-Cover, 2-Faden-Cover 3 und 6 mm, Kettenstich
- Differentialtransport
- 0,5 bis 2,25
- Freiarm
- ja
- Durchlass
- ca. 143 mm
- Extras
- automatische Fadenspannungslösung, Greiferspannung regelbar
- Garantie
- 5 Jahre (Hersteller)
Stärken
- Großer Differentialbereich
- Feinregulierung für dünne Stoffe
- Freiarm
Schwächen
- Laut Kundenstimmen viel Übung und Feineinstellung nötig
- Nützliches Zubehör wie Anschiebetisch kostet extra
Reine Cover · kompakt
bernette b42 FUNLOCK
Eine kompakte Coverstichmaschine mit farbcodierten Einfädelwegen und einem Differentialtransport, der sich während des Nähens verstellen lässt. Eine Forennutzerin näht nach dem Einstellen auf Garn und Stoff ohne Fehlstiche.
- Stiche
- 4-Faden-Cover, 3-Faden-Cover schmal/breit, Kettenstich
- Coverbreiten
- 2,8 und 5,6 mm
- Differentialtransport
- außen, während des Nähens verstellbar
- Einfädeln
- farbcodiert, Greifer-Einfädelmechanik
- Arbeitsbereich
- 87 mm rechts der Nadel
- Garantie
- über den Händler
Stärken
- Einfache, einheitliche Einfädelwege
- Kompakt
- Differential während des Nähens verstellbar
Schwächen
- Kleiner Arbeitsbereich
- Laut Forum niedriger Nähfußhub, Ausketteln am Nahtende schwierig
- Freiarm vom Hersteller nicht angegeben
Reine Cover · mit Top-Cover
Brother CV3550
Die einzige Maschine in diesem Vergleich mit Top-Coverstich: Damit entstehen Ziernähte auch auf der Oberseite des Stoffes. Großer Arbeitsbereich und Freiarm, dazu ein einstellbarer Nähfußdruck.
- Stiche
- Kettenstich, Cover schmal/breit, Top-Cover schmal/breit, Dreifach-Top-Cover
- Fäden
- 2 bis 5
- Freiarm
- ja
- Arbeitsbereich
- 155 mm
- Extras
- Nähfußdruck einstellbar, automatische Spannungslösung, Fadenmesser
- Garantie
- 3 Jahre (Hersteller)
Stärken
- Top-Coverstich für Ziernähte
- Größter Arbeitsbereich im Vergleich
- Einstellbarer Nähfußdruck
Schwächen
- Brother stuft sie für Fortgeschrittene ein, nicht als Einsteigermodell
- Gemischte Kundenbewertungen
- Teuerstes Gerät im Vergleich
Kombimaschine · Overlock + Cover
bernette b48 FUNLOCK
Overlock und Coverlock in einem Gerät: 15 Overlock-, 3 Cover-, 4 Kombi- und ein Kettenstich. Für alle, die nur Platz für eine Maschine haben und den Umbau zwischen den Modi in Kauf nehmen.
- Stiche
- 23, davon 15 Overlock, 3 Cover, 4 Kombi, 1 Kettenstich
- Fäden
- 2 bis 5
- Coverbreiten
- 2,8 und 5,6 mm
- Overlockbreite
- 3 bis 7 mm, Rollsaum 1,5 mm
- Einfädeln
- farbcodiert, Einfädelhilfe für Untergreifer und Kettengreifer
- Garantie
- über den Händler
Stärken
- Eine Maschine statt zwei
- Messer einhändig einstellbar
- Umbau-Anleitungen vom Hersteller
Schwächen
- Umbau zwischen Overlock und Cover nötig
- Laut Forum weniger wendig als reine Geräte
- Kunden berichten von gemischten Ergebnissen beim Coverstich
Vergleichstabelle
| Modell | Typ | Coverbreiten | Top-Cover | Freiarm | Garantie |
|---|---|---|---|---|---|
| Janome CoverPro 2000CPX | Cover | 3 / 6 mm | nein | ja | 5 J. |
| bernette b42 FUNLOCK | Cover | 2,8 / 5,6 mm | nein | nicht angegeben | Händler |
| Brother CV3550 | Cover | 3 / 6 mm | ja | ja | 3 J. |
| bernette b48 FUNLOCK | Kombi | 2,8 / 5,6 mm | nein | nicht angegeben | Händler |
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Coverlock und Overlock?
Die Overlock schneidet die Stoffkante ab und versäubert sie. Die Coverlock schneidet nicht, sondern näht mit zwei oder drei Nadeln oben und einem Greiferfaden unten elastische Säume und Ziernähte, zum Beispiel den typischen Doppelsaum an T-Shirts.
Wann lohnt sich eine Coverlock?
Wenn du viel Jersey nähst, besonders Shirts, Kinderkleidung und Sportsachen, und dir Säume mit Zwillingsnadel oder Zickzack nicht gefallen. Für gelegentliches Nähen reicht die Nähmaschine.
Kann man mit einer Coverlock normal nähen?
Nein. Eine reine Coverlock näht nur Cover- und Kettenstiche, keinen normalen Steppstich. Sie ersetzt weder die Nähmaschine noch die Overlock.
Kann eine Coverlock schneiden?
Reine Covermaschinen haben laut Herstellerangaben kein Stoffmesser. Ein Messer haben nur Kombimaschinen, die zusätzlich Overlock können.
Kombimaschine oder zwei getrennte Geräte?
In der Näh-Community raten die meisten zu zwei Maschinen: Der Umbau zwischen Overlock und Cover kostet anfangs bis zu einer halben Stunde, und Kombis gelten als weniger wendig. Eine Kombi spart dafür Platz und Geld für ein zweites Gerät.
Coverlock oder Coverstichmaschine?
Das ist dasselbe Gerät. Im Alltag heißt es meist Coverlock, die Hersteller schreiben oft Coverstichmaschine.
Welche Coverlock ist Testsieger?
Stiftung Warentest hat Coverlocks bislang nicht getestet. Seiten, die einen „Testsieger“ nennen, beziehen sich meist auf Kundenbewertungen oder eigene Einschätzungen. Wir nennen deshalb keinen.
Unser Fazit
Wer gezielt eine reine Coverlock sucht, findet in der Janome CoverPro 2000CPX* eine solide Wahl mit großem Einstellbereich. Wer nur Platz für ein Gerät hat, schaut sich die Kombimaschine bernette b48* an, sollte aber den Umbau einplanen. Gerade bei Coverlocks lohnt sich Probenähen beim Fachhändler besonders.
Quellen
- Herstellerangaben: janome.de, sewingcraft.brother.eu, bernette.com (abgerufen November 2026)
- Erfahrungsberichte aus dem Forum hobbyschneiderin.de (Thema Coverlock, 2025)
- Suchanfragen zu Coverlocks: SISTRIX, November 2026
